10 Jahre Jubiläum NetzwerkHilfe Maxdorf n.e.V.
…von der Anlaufstelle für Geflüchtete zu einem „Netzwerk für alle“
Ausgelöst durch den syrischen Bürgerkrieg erreichte 2015 die Fluchtmigration nach Deutschland einen historischen Höhepunkt. Der starke Zuzug von Asylsuchenden stellte die Kommunen vor riesige Herausforderungen. „Wir schaffen das - aber nicht alleine!“ Mit diesen Worten und in kluger Voraussicht lud Marie-Luise Klein, die damalige Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Maxdorf, im März 2015 zu einer Bürgerinformation in das Carl-Bosch-Haus ein. Motivierte Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Maxdorf ließen sich für die gute Sache in die Pflicht nehmen. Es entwickelte sich ein helfendes Netzwerk, das vor allem Unterbringung, Sprache, Mobilität und Versorgung der Geflüchteten im Blick hatte, denn es fehlte an allem. Bereits damals wurde bedacht, dass auch ortsansässige Mitbürger Unterstützung benötigen könnten.
Die gute Zusammenarbeit mit dem Rathaus war einzigartig in der Region. Verwaltung, Christuskirchengemeinde, Seniorenbeirat, TSG Maxdorf, Kreisverkehrswacht Ludwigshafen, die Kirchengemeinde St. Maximilian und viele ehrenamtliche Mitbürger halfen mit.
Es gab zahlreiche großartige Ideen, die Liste der Unterstützer war lang. Für ein reibungsloses Funktionieren mussten Hilfe und Helfer koordiniert werden, was ein Steuerungsteam aus Verwaltung, Kirche und Ehrenamt übernahm. Im Jahr 2015 entsprach die ehrenamtliche Leistung 45.000 Arbeitsstunden, das entspricht rund 22 Vollzeitstellen.
Gründung des NetzwerkHilfe Maxdorf n.e.V.
Gemeinsam helfen zu können erzeugte Begeisterung im Netzwerk und bei den Institutionen, Firmen und Bürgern. Das Netzwerk war in aller Munde, wuchs unablässig und entwickelte sich zur Blaupause für andere Gemeinden. Für die Verbandsgemeinde galt: ein funktionierendes Netzwerk bedeutet Sicherheit und ein gutes Miteinander.
Um Spenden- und Fördergelder verantwortungsvoll verwalten zu können, wurde von den vielen Helferinnen und Helfern der ersten Stunde im Juli 2016 der gemeinnützige Verein NetzwerkHilfe Maxdorf n.e.V. gegründet. Transparenz in der Kommunikation und im Umgang mit den anvertrauten Geldern war vom ersten Tag an und bis heute ein wichtiger Grundpfeiler der Vereinsarbeit. Eine verbindliche Satzung und feste organisatorische Strukturen sind zudem der Garant für eine einwandfreie Vereinsführung und ein harmonisches Vereinsleben. Die erfolgreiche Netzwerk Arbeit sowie die klaren und transparenten Strukturen wurden in der Folgezeit mit der Verleihung namhafter Förderpreise belohnt.
Am 22.August 2026 wurde nun im Bürgerhaus Fußgönheim die 10-jährige Vereinsgründung gefeiert. Marie-Luise Klein bot in ihrer Festrede einen Rückblick auf die Entstehungszeit des Netzwerkes und würdigte die Arbeit, die damit verbunden war. Sie war sich sicher, dass für die Menschen, denen geholfen werden konnte, für die Gemeinde, ihre Bürger und diejenigen, die helfen durften, dieses große Zeichen der Solidarität unvergesslich bleibt.
Grundsätzlich ist der Verein NetzwerkHilfe Maxdorf für alle Menschen der Verbandsgemeinde da. Unbürokratisch geholfen wird überall, wo Not am Mann oder der Frau ist! Besonders wichtig ist dabei der wertschätzende Umgang miteinander, um mit allen Hilfsbedürftigen und Freunden zusammen eine von Respekt und Vertrauen geprägte Form der Gemeinschaft zu leben.
2026 liegt der aktuelle Fokus des NetzwerkHilfe besonders auf armutsbetroffenen Haushalten, Alleinstehenden, Seniorinnen und Senioren, Grundschulkindern, geflüchteten Mitmenschen oder anderen Menschen am Rande unserer Gesellschaft. Genannt seien hier die Projekte „Tafelfreunde Maxdorf“ für die Ortsgemeinden Birkenheide und Fußgönheim, die „Kleiderstube“ in Lambsheim, der „Sprachsalat“ zur Vermittlung von Deutschkenntnissen für den Alltag, „Formulare & Papiere“ zur Unterstützung bei div. Korrespondenz, individuelle Unterstützung mit weiterführenden Hilfen für Grundschüler, die Kooperationsprojekte „Leseclub“ in der Haidwaldschule und „Kultur macht stark“ sowie zum Jahresende das Wunschbaumprojekt zugunsten der beiden örtlichen Lebenshilfe-Häuser. Ein wichtiges Team ist die „Task-Force“, eine schnelle Einsatzgruppe, um in Not geratene Haushalte unserer gesamten VG spontan mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen.
Gelegenheit zur Begegnung bieten zahlreiche weitere Teams, in denen ein gutes Miteinander gepflegt wird, als da wären das gemeinsame Frühstück oder die Mittagessenaktion für Alleinstehende in „Café & Mehr“ bzw. „Gemeinsam schmeckt´s besser“. Ebenso begegnet man sich im Repair Café zwanglos bei einem Kaffee, während manches Gerät von den Helfern oder gemeinsam mit dem Besitzer repariert wird. Bei „Hühner im Horst“, einem Gemeinschaftsprojekt mehrerer Maxdorfer Partner, werden spannende neue Erfahrungen gemacht. Hören Sie sich um!
Wir müssen schon heute an morgen denken!
Das NetzwerkHilfe wirkt nach wie vor in den drei Ortsgemeinden Birkenheide, Fußgönheim und Maxdorf. Aufgaben, Projekte und Teams ändern sich beständig und passen sich flexibel den Bedürfnissen der auf unterschiedliche Weise Hilfsbedürftigen bzw. der verschiedenen Zielgruppen an. So gab es z.B. während der Coronazeit zeitlich begrenzte Teams, die Masken genäht oder Hygieneartikel verteilt haben. Der Flüchtlingsstrom infolge des Ukraine-Krieges konnte dank der Erfahrungen und der guten Vernetzung in der VG erfolgreich unterstützt werden. Es entstanden nachhaltige Freundschaften mit ukrainischen Neubürgern und in unvergesslichen Informationsveranstaltungen wurde gemeinsam über Land und Leute berichtet. Das NetzwerkHilfe bleibt auch in den kommenden Jahren offen für die Bedürfnisse aller Bewohner/-innen der Verbandsgemeinde Maxdorf! Doch diese Bedürfnisse können sich mit der Zeit auch ändern. Die große Stärke des NetzwerkHilfe war es daher stets, sich auf neue Herausforderungen einzulassen und dauerhaft oder zeitlich begrenzt die gesellschaftlich nötigen Angebote zu etablieren. Hierzu gehört es auch, von alten Projekten Abstand zu nehmen und mit Kooperationspartnern, der öffentlichen Verwaltung oder befreundeten Vereinen den möglichen Angebotsbedarf neu zu verorten. Mit diesem Thema beschäftigt sich der Erweiterte Vorstand aktuell in Form der „Zukunftswerkstatt“.
Die Erfolgsgeschichte des NetzwerkHilfe ist nur möglich durch den unermüdlichen Einsatz der aktiven Helferinnen und Helfer, die gute Kooperation mit den örtlichen Vereinen und öffentlichen Einrichtungen sowie den unzähligen Unterstützern und Sponsoren. DANKESCHÖN!